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Motiv von Stefanie Bahlinger · Mössingen · www.verlagambirnbach.de

Suche Frieden und jage ihm nach. Psalm 34,15

Suchbewegung
Wir suchen Dinge und wissen, sie sind vorhanden, sie können nicht verschwunden sein und irgendwann tauchen sie auf. Mit gleicher Energie suchen manche das Haar in der Suppe, andere ihren eigenen Vorteil. Wieder andere Streit, das Weite, Pilze, das große Glück, Einsicht oder schlicht ihre Ruhe. Die Losung des Jahres ruft dazu auf, genauso intensiv den Frieden zu suchen.

Frieden
Aber wo sucht man den Frieden? Wo hält er sich versteckt? Der Frieden selbst ist oft weit weg. Doch die Sehnsucht nach Frieden ist in uns. Frieden ist ein Menschheitstraum.
Frieden ist ein Traum für das eigene Leben. Wir sehnen uns danach, im Frieden zu leben, mit uns selbst, mit der eigenen (Familien-) Geschichte, mit unseren Mitmenschen, mit Gott.
"Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts," formulierte Willy Brandt und meinte vor allem den politischen und gesellschaftlichen Aspekt des Friedens. Doch wie leichtfertig und oft auch unbedacht setzen wir diesen Frieden aufs Spiel. Staaten mischen sich in Wahlen ein, säen Unfrieden. Wie schnell bekommen fremdenfeindliche Hetze und populistische Parolen Aufmerksamkeit und greifen in der Zivilgesellschaft um sich.

Jage ihm nach
Die Aufforderung zum Jagen irritiert. Erst recht vor diesem Hintergrund. Wer jagt, will das Gesuchte zur Strecke bringen. Aber die hebräische Wurzel des Wortes meint auch "eifrig folgen, hinter etwas her sein." Wie in Psalm 23. "Gutes und Barmherzigkeit folgen mir mein Leben lang."
Jagen ist Arbeit. Es erfordert Geduld. Frieden ereignet sich nicht ohne unser Handeln. Er ist ein Ergebnis aktiven Tuns, verbunden mit Herausforderungen und Widerständen. Wer Frieden ernten will, muss Frieden säen. Die Jahreslosung betont das Aktive.
Doch Frieden ist immer auch Geschenk! Die ersten Christen nannte man "Menschen des neuen Weges".  Sie machten sich auf den Weg, suchten den Frieden, erzählten vom Frieden. Weil sie eine ganz besondere Erfahrung gemacht hatten. Am Kreuz hat Gott mit uns und mit der ganzen Schöpfung Frieden geschlossen.  
Die Grafikcollage von Stefanie Bahlinger scheint dies darzustellen. Viele Menschen sind einander nah, ohne trennende Mauern und Grenzen. Keine Unterschiede stören, auch nicht der Herkunft. Sie sprechen nicht die gleiche Sprache. Was sie verbindet, ist das eine Gebet, das Jesus seine Jünger lehrte und das seitdem die Welt umspannt. In der Grafik angedeutet durch aneinandergefügte Fragmente des Vaterunsers in verschiedenen Sprachen.
Auf der Suche nach gerechtem Frieden kommen wir nicht an Christus vorbei. Oft begegnet er uns dort, wo wir ihn nicht gesucht haben. Oft begegnet er uns dann, wenn wir ihn weder gesucht, noch erwartet haben. Und wenn wir uns ernsthaft auf die Suche machen, stellen wir fest, dass er längst da ist. An unserer Seite. Mit uns. Um uns. In uns.

Peter Arpad

Auszug Gemeindebrief 01/2019

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