Monatsspruch Mrz 2021

Monatsspruch März 2021
„Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen  werden,  so  werden  die  Steine schreien.“ (Lk 19,40) Was werden sie denn schreien, die Steine? Und wer  sind  die,  die  hier  schweigen,  obwohl  sie eigentlich reden sollten?  Mit  diesem  Wort  beantwortet  Jesus  im Lukasevangelium einen Vorwurf der Pharisäer, die sich darüber aufregen, dass die Jünger Kleider vor dem auf einem Esel reitenden Jesus ausbreiten und ihn mit Worten aus Psalm 118 als Herrn und König preisen. „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Mit diesen Worten huldigt  die  Menge  seiner  Anhänger dem nach Jerusalem ziehenden Jesus. Sie begrüßen ihn am Fuße  des  Ölbergs  als  den  verheißenen Friedenskönig,  der  Gottes  gnädige  Herrschaft aufrichten  wird  und  deshalb  nicht  auf  einem Streitross,  sondern  demütig  auf  einem  Esel Richtung Jerusalem reitet. Die Pharisäer, die diese Szene miterleben, wollen Jesus  dazu  bringen,  dass  er  seine  Jünger zurechtweist. Aber Jesus antwortet ihnen: „Ich sage euch:  Wenn diese schweigen werden, so werden  die  Steine  schreien.“  Eine  mehr  als deutliche  Zurückweisung  ihres  Einspruchs  und eine direkte Unterstützung der von den Jüngern vorgetragenen Botschaft. Der, der hier kommt, ist wirklich der von Gott gesandte König des Friedens. Aufmerksame  Leserinnen  und  Leser  des Lukasevangeliums werden sich an dieser Stelle an frühere Stellen des Evangeliums erinnern. Hatten nicht bereits die Engel in der Weihnachtsnacht den Hirten  auf  dem  Feld  die  Geburt  des  Heilands verkündet, „welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt  Davids“  und  dies  mit  dem  Lobpreis bekräftigt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf  Erden  bei  den  Menschen  seines Wohlgefallens.“? Hatte nicht bereits Johannes der Täufer angekündigt, dass Gott dem Abraham aus Steinen  Kinder  erwecken  könnte,  wenn  die Menschen seine Botschaft nicht annehmen? Die Botschaft, dass Jesus der Friedenskönig, der von Gott gesandte Heiland der Welt ist, die lässt sich  nicht  unterdrücken.  Diese  gute  Nachricht kann niemand aufhalten, weil Gott zur Not die Steine diese Botschaft hinausschreien lassen wird. Es geht um zu viel, als dass der Lobpreis Jesu unterbleiben könnte. Entscheidend ist nicht der Weg,  sondern  dass  diese  Botschaft  ihre Adressaten erreicht. Und wenn es am Ende die unbelebte  Natur  hinausschreien  muss:  „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!

“ Prof.  Dr.  Ralf  Dziewas,  Professor  für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie an der Theologischen Hochschule Elstal (Fachhochschule)