Übersicht Übersicht Suchen Suchen Ebene Ebene
Download details
Sterndeuter - verlässliche Nachrichten Sterndeuter - verlässliche Nachrichten

Ein sternenklarer Himmel ist faszinierend. Unsere Vorfahren müssen das noch direkter erlebt haben, ohne Straßenbeleuchtung und künstliche Lichtquellen in der Nacht.
Für viele Menschen vor tausenden von Jahren war der Sternenhimmel mehr als ein Naturphänomen. Sie suchten in den Sternen Klärung und Antwort. Sie bangten, wenn die Sonne sich verfinsterte. Sie gaben den Sternen Götternamen und beteten sie an.
Gelehrte beobachteten die Bahnen der Sterne und zogen Schlüsse aus ihrer Bewegung. Wenn nur die geringste Veränderung beobachtet wurde, das stärkere Leuchten des einen oder das schwächere Licht des anderen Sternes, dann wurde dem allergrößte Bedeutung zugemessen.
Man nahm an, die ganze Menschheit sei in diesen Millionen leuchtender Sterne abgebildet, zumindest die Könige und Fürsten. Und so sollen sich in der Weihnachtszeit solche Astrologen, Himmelsforscher oder Sterndeuter, Magier - wie man sie auf Lateinisch und Griechisch nannte - auf den Weg gemacht haben, weil ein neuer Stern aufgetaucht war.
Wahrscheinlich tauchte er in einem Sternbild auf, das die Astrologen aus dem Osten mit Israel in Verbindung brachten. Sie vermuteten Nachwuchs im jüdischen Königshaus. Und machten sich auf, vielleicht im Auftrag ihres Königs, um dem irdischen Gegenüber dieses Sternes ihre Aufwartung zu machen.
Hören wir den Originalbericht von Matthäus:
1 Jesus wurde in Betlehem in Judäa geboren
zu der Zeit, als Herodes König war.
Sieh doch:
Es kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem.
2 Sie fragten:
»Wo ist der neugeborene König der Juden?
Denn wir haben seinen Stern im Osten gesehen.
Wir sind gekommen, um ihn anzubeten.«
3 Als König Herodes das hörte,
erschrak er
und mit ihm alle in Jerusalem.
4 Er rief zu sich alle Priester
und Schriftgelehrten des Volkes.
Er fragte sie:
»Wo soll der Christus geboren werden?«
5 Sie antworteten ihm:
»In Betlehem in Judäa!
Denn im Buch des Propheten steht:
6 ›Du, Betlehem im Land Juda,
du bist keineswegs die unbedeutendste
unter den Städten in Juda.
Denn aus dir wird der Herrscher kommen,
der mein Volk Israel wie ein Hirte führen soll.‹«
7 Später rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich.
Er erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit,
wann der Stern erschienen war.
8 Dann schickte er sie nach Betlehem
und sagte:
»Geht und sucht überall nach dem Kind!
Wenn ihr es findet,
gebt mir Bescheid!
Dann will auch ich kommen
und es anbeten.«
9 Nachdem die Sterndeuter den König gehört hatten,
machten sie sich auf den Weg.
Und sieh doch:
Der Stern, den sie im Osten gesehen hatten,
ging vor ihnen her.
Dann blieb er stehen,
genau über der Stelle,
wo das Kind war.
10 Als sie den Stern sahen,
waren sie außer sich vor Freude.
11 Sie gingen in das Haus
und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter.
Sie warfen sich vor ihm nieder
und beteten es an.
Dann öffneten sie die Kästen mit ihren Schätzen
und gaben ihm Geschenke:
Gold, Weihrauch und Myrrhe.
12 Gott befahl ihnen im Traum:
»Geht nicht wieder zu Herodes!«
Deshalb kehrten sie auf einem anderen Weg
in ihr Land zurück.
o    verlässliche Nachrichten?
Im letzten Jahr erlebten wir mit, wie der Präsident einer großen Nation Lügen zum Regierungsprogramm machte. Nachrichtendienste versuchten, Wahlen durch gezielt versandte Informationen zu beeinflussen. Der Redakteur eines seriösen Nachrichtenmagazins hat in großem Umfang eigene Geschichten manipuliert. Immer wieder stellte sich die Frage, welche Informationen verlässlich sind.
Wie ist es mit der Verlässlichkeit von Informationen in der Geschichte, die wir hörten? Und worauf werden wir uns im neuen Jahr verlassen können?
Die Astrologen aus dem Osten haben bei ihren Himmelsbeobachtungen einen neuen Stern entdeckt. Sie deuten ihn. Und suchen den dazugehörigen König. Doch am jüdischen Königshof finden sie ihn nicht. Hat der Stern die Magier in die Irre geführt?
Und die Verhältnisse in der jüdischen Monarchie erscheinen den Sterndeutern mehr als eigenartig: der König freut sich nicht über die Aussicht auf einen Nachkommen, sondern erschrickt. Ist so gar nicht im Bild und muss die Schriftgelehrten seines Volkes zu Rate ziehen. Zum Abschied tischt er ihnen eine dreiste Lüge auf. Worauf können die Astrologen sich in diesem fremden Land verlassen?
Immerhin gibt ihnen der König den entscheidenden Tipp: Bethlehem. Als sie dort ankommen, sehen sie am Nachthimmel wieder den Stern. Sie gehen in ein Haus, finden eine junge Mutter und ihr Kind. Vom Vater ist nicht die Rede. Auch nicht von einer Futterkrippe. Warum eigentlich nicht? Eine Frage, die sich vielleicht nur uns stellt, mit der Weihnachtsgeschichte von Lukas im Ohr.  - Die Magier packen ihre Geschenke aus, knien nieder und verehren das Kind, das sie gefunden haben.
Im Traum erfahren sie, dass sie auf einem anderen Weg zurückkehren sollen. Wie Joseph, erscheint den Männern ihr Traum vertrauenswürdig und sie wählen einen anderen Weg in ihre Heimat.
Doch wo lag die eigentlich? Wir wissen nicht, woher die Männer kamen. Wir wissen nicht, wie viele sie waren. Wir kennen weder ihre Namen, noch ihre Hautfarbe. Im vierten Jahrhundert und noch früher war von 12 oder 14 Magiern die Rede. Mit der Zeit wurden daraus drei Könige. Namen wurden ihnen zugeschrieben. Und der 6. Januar entwickelte sich zum Fest der "Heiligen drei Könige". Es ist ein eigenartiges Fest, denn soweit wir wissen, waren es weder drei Männer, noch waren sie heilig, noch waren es Könige.
Und doch ist der Bericht von Matthäus aufschlussreich, auch für die Frage, worauf wir uns im neuen Jahr verlassen können.
o    Magier beten Jesus an
Anders als Lukas, berichtet Matthäus nur diese eine Anbetung des Kindes. Von Magiern. Aus dem Osten. Vielleicht aus der Gegend des heutigen Iran. Von Sterndeutern. Von Menschen, die suchen. Die nicht schon auf alles eine Antwort haben.  
Matthäus macht damit schon bei der Geburt Jesu deutlich: die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten.  Ausgerechnet Astrologen bringen die Nachricht von der Geburt Jesu nach Jerusalem. Nicht jüdische Schriftgelehrte verkündigen heidnischen Sterndeutern das Evangelium von der Geburt Jesu, sondern umgekehrt.
Eine junge Frau, aufgewachsen in einer Baptistengemeinde im frommen Schwabenland, erzählte mir von ihrer Schwester. Sie sagte, ihre Schwester würde alles, wovor sie Angst habe, in eine große Schublade packen. Mit der Beschriftung "Esoterik".
Auffällig, dass Matthäus die Sterndeuter nicht ängstlich in eine Schublade packt. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Sondern dem Wort Glauben schenkt: "Denn wer bittet,  der bekommt. Und wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird aufgemacht."  Auch wenn jemand zunächst an der falschen Haustür klopft. Gott sieht das Herz an und teilt sich ihm mit.
Wer aufbricht und sucht, stößt auf verwirrende Antworten. Die Fremden aus dem Osten haben vielleicht nicht verstanden, sie waren vielleicht irritiert. Zumindest wunderten sie sich. Und doch beteten sie an. In diesem Kind hat Gott eine Begegnungsmöglichkeit geschaffen, die Menschen ertragen können.
In Demut ließen sie die Antwort zu, die so anders war, als sie erwartet hatten. Längst ging es nicht mehr um einen neuen jüdischen König, sondern um die Gegenwart des Schöpfers, um die Anwesenheit Gottes.
Matthäus nimmt vorweg, was Lukas Pfingsten berichten wird: "Gott spricht: ... Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen."  Eine weite Sicht, die Matthäus hier vermittelt. Mit der Anbetung der Magier macht er deutlich: Was auch immer Menschen an Wissen und Erfahrung gesammelt haben, wenn sie aufrichtig suchen, mündet ihr Weg in die Anbetung des göttlichen Kindes.
Ihren Weg können wir auch als ein Bild für unseren Weg durch das neue Jahr sehen.
o    Stern
"Wir haben seinen Stern im Osten gesehen."
Liebende sprechen gern von Sternen. Verliebte sagen einander: "Du bist mein Stern." Damit meinen sie, dass der andere Licht in ihr Leben bringt, dass ihr Leben durch den anderen hell wird.
So leuchtet uns in Christus ein Stern auf. Schon der 2. Petrusbrief hat Christus als Morgenstern verstanden, der in unserem Herzen aufgehen will.  Jahrhunderte später nahm Angelus Silesius die Sprache der Liebenden auf, und hat sie auf Christus übertragen:
"Morgenstern der finstern Nacht,
der die Welt voll Freuden macht.
Jesu mein, komm herein,
leucht in meines Herzens Schrein."
Der Stern, der in Bethlehem am Himmel steht, verweist uns auf den Vater, der im Himmel ist. Welche Nachrichten uns in diesem Jahr auch erreichen werden, wir können uns darauf verlassen, dass Christus uns als Licht aufgeht, auch in lichtlosen Wirklichkeiten unseres Lebens. Denn "Christus steht nicht hinter uns als Vergangenheit, sondern vor uns als Zukunft." (Fr. v. Bodelschwingh)
o    Sterndeuter
"Es kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem."
Wie viele haben es ähnlich erlebt wie diese Männer. Auf ihrer Suche mussten sie weite Wege gehen. Gott selbst nahm sie auf den verschlungenen Wegen ihres Lebens an die Hand, um sie über Sternstunden und Stunden der Enttäuschung zu Christus, dem Morgenstern zu führen. In der Begegnung mit Jesus fanden sie, wonach sie suchten, ohne es bis dahin benennen zu können.
Aus ihren Erfahrungen können wir für unseren Weg durch das neue Jahr die Einsicht mitnehmen: Auch wenn du in dunklen Stunden den Stern mal nicht mehr siehst, wenn du dich von Gott auf deinen Wegen verlassen fühlst, grübelst, wozu das alles gut  sein soll - kannst du dich darauf verlassen: Gott führt dich, begleitet dich, teilt sich dir mit, bis du angekommen bist - ganz bei dir und ganz in Gott.
o    knien / niederfallen
"Sie warfen sich vor ihm nieder und beteten es an."
Wir sprechen heute lieber vom aufrechten Gang des Menschen. Das ist nicht nur berechtigt, sondern auch wichtig. In der Anbetung der Weisen entdecken wir jedoch, dass zur Freiheit die Fähigkeit und der Wille gehören, sich vor dem zu beugen, dem wir uns selbst und unsere aufrechte Gestalt verdanken.
Wenn wir uns vor Gott beugen, drücken wir aus, dass da jemand ist, dem wir höhere Würde zuerkennen als uns selbst. So wird die Anbetung Gottes zur Sprache innerer Gesundung. Weder unsere Launen noch andere Menschen bestimmen uns. Wir sind königlich frei. Auch darauf können wir uns im neuen Jahr verlassen.
o    Geschenke (V 11b)
"Dann öffneten sie die Kästen mit ihren Schätzen und gaben ihm Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe."
Ein sicheres Zeichen, dass die Sterndeuter Männer waren. Frauen hätten wohl sinnvollere Geschenke für das Baby mitgebracht und auch was zu essen für die Familie. (s. Karikatur)
Deutlich wird auf jeden Fall: Am Ziel ihres Weges werden die Magier nicht belohnt, sondern verschenken alles, was sie mitgebracht haben. Sie kommen nicht groß heraus, etwa als Entdecker des neugeborenen Königs, sondern machen sich mit leeren Händen auf den Heimweg.
Wären die Sterndeuter dreißig Jahre später gekommen, sie hätten einen Wanderprediger vorgefunden, der von Gold und anderen glänzenden Geschenken nicht viel hielt. Sie hätten ihm nur ihren Glauben oder ihren Zweifel bringen können, ihre Liebe oder ihre Schuld. Auch 2019 können wir Jesus kein angemesseneres Geschenk bringen.
o    Freude
"Als sie den Stern sahen, waren sie außer sich vor Freude."  
Die Sterndeuter waren am Ziel ihrer Reise. Sie haben gefunden, wonach sie gesucht haben. Aber es war ein eigenartiges Finden. Was auf eine neue Größe im Weltgeschehen hindeutete, führte in arme Verhältnisse. Was auf einen Palast hindeutete, war ein bescheidenes Haus. Warum leuchtete den Magiern dennoch die Würde des Kindes ein? Woher der Glaube? Woher die Freude?
Dass jemandem die Gegenwart des Schöpfers in Jesus einleuchtet, kommt von Gott, - wann Gott es will, wo Gott will, durch die Mithilfe der Umstände und der Menschen, die Gott will. Das macht den Glauben so unabhängig.
Glaube lässt sich nicht machen. Glaube bleibt Erleuchtung. Bestaunt: Gott kommt in Christus zu uns. Bleibt bei uns. Tritt als Licht in unser Leben, auch in dem neuen Jahr 2019.
Darum schließe ich mit einem Gebet der Freude über Jesus:
Überallhin
gehst du mit uns,
in das Leben, wenn es anfängt,
in das Leben, wenn es endet,
und zeigst
den Stern der Gerechtigkeit
und sprichst
von der ehrlichen Freude
und hilfst uns,
den Funken Liebe suchen,
und leuchtest heimlich
auch an den schwarzen Tagen,
Jesus!

Daten

Version
Dateigröße35.73 KB
Downloads9
Sprache
Lizenz
Autor
Webseite
Preis
Erstelldatum06.01.2019 12:56:31
Erstellt vonPeter Arpad
Änderungsdatum05.01.2019 13:23:43
Geändert vonPeter Arpad

Download