Wir müssen miteinander reden.
Gott

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Miteinander reden heißt reden. Und zuhören!
Heißt lauschen und lachen und warten und weinen.
Gott will mit dir reden. Will dir zuhören.
Will dir lauschen und mit dir lachen.
Will warten, bis du die richtigen Worte findest.
Du darfst sagen, was du denkst, was du fühlst.
Darfst weinen und wehklagen.
Du darfst ihm sogar Vorwürfe machen.
Und dann lass auch ihn reden.
Sanft und einfühlsam wird er mit dir sprechen.
Klug und verständnisvoll.
Und du weißt, du bist zuhause.
Jürgen Werth

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Beten
indem man atmet
nachdenkt die Augen
schließt sich verwahrt
sich auftut und schaut
plant organisiert es
gut machen will
die Sache einrenkt
weiterdenkt
Beten im Gehn
auf eigenen Beinen
auf dieser Straße
in und mit dieser Welt
Gebet als Arbeit
die Fantasie und die
schwielige Hoffnung
die Aufmerksamkeit
der innere Ruck
das Telefongespräch
oder am Reißbrett am
Schalter am Schreibtisch
die Feile in der Hand
die Schürze um
Beten im Alltag
in allem und jedem
zu Hause das Glück das
Glas in der Hand
Umarmung im Schweiß
Gebet mit der Haut
mit den Fingern der Zunge
geflüstert gestreichelt
verströmende sich
vergessende Andacht
das Einssein der Puls
die Mitternachtsmette
und der Morgen in Grau
das Augenreibgebet
auf ein Neues mach's gut
und ach Gott und nur so
und doch
einfach Vertrauen
Lothar Zenetti

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Manchmal spreche ich ganz leise
deinen Namen aus vor Gott,
und ich sage ihm, was ich so weiß von dir:
Deine Schmerzen, deine Freude,
was du träumst und was dir droht,
und ich weiß, er hat ein offenes Ohr dafür.
Manfred Siebald

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Wenn ich dich anrufe, so hörst du mich
und gibst meiner Seele große Kraft.
Psalm 138, Vers 3

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Alles wächst durch deinen Segen

Lieber Gott,
wenn ich bete
dann bedeutet mir die Stille besonders viel.
Dann weiß ich: Du hörst mich jetzt.
Darum kommen die Menschen ja auch zu Dir.
Wir bringen viel mit, was uns quält,
und unsere Fehler
machen uns schwer zu schaffen.
Es ist dann immer eine Wohltat,
nach innen zu horchen und zu spüren,
wie sehr Du uns liebst.
Das macht innerlich reich
und gibt neuen Mut.
Nimm in Dich auf, was wir Dir sagen.
Es ist wunderbar, zu wissen,
dass Du das tust. Jetzt.
(aus Psalm 65 in der Übertragung v. Peter Spangenberg)
 
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MORGENGEBETE
 
Gott, zu Dir rufe ich

Gott,
zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten
und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster,
aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam,
aber Du verläßt mich nicht;
ich bin kleinmütig,
aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig,
aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit,
aber bei Dir ist Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht,
aber Du weißt den Weg für mich.
(Dietrich Bonhoeffer)
 
Wie ein starker Baum

Wenn du dich nicht zu denen hältst,
die über Gott lästern
oder gemeine und dumme Witze machen,
sondern dich freust, daß du getauft bist
und Bescheid weißt über das,
was Gott Freude macht,
dann bist du wie ein schöner Baum,
der dicht am Wasser wächst,
seine Wurzeln tief in den Boden getrieben hat und herrlich blüht.

So ist das bei gemeinen Menschen nicht.
Deren Leben ist sinnlos wie fliegende Asche.
Ein schlechtes Leben
wird von Gott auch nicht anerkannt,
und wer böse ist, kann sich auch nicht
wohl fühlen bei Menschen,
die es gut meinen.
Gott begleitet die Guten,
aber das Leben der Bösen endet im Nebel.
(Psalm 1 in der Übertragung v. Peter Spangenberg)
 
Morgengebet aus Westafrika

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.
Deine Sonne hat den Tau weggebrannt
vom Gras und von unseren Herzen.
Was da aus uns kommt, was da um uns ist
an diesem Morgen, das ist Dank.

Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.

Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Das Meer rollt gegen den Strand, ich danke.
Die Gischt klatscht gegen unser Haus, ich danke.
Herr, ich freue mich an der Schöpfung
und dass du dahinter bist und daneben
und davor und darüber und in uns.

Ich freue mich, Herr,
ich freue mich und freue mich.
Die Psalmen singen von deiner Liebe,
die Propheten verkündigen sie.
Und wir erfahren sie:
Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt
ist jeder Tag in deiner Gnade.

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Ein neuer Tag, der glitzert und knistert,
knallt und jubiliert von deiner Liebe.
Jeden Tag machst du. Halleluja, Herr!

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ABENDGEBETE

Bevor ich einschlafe ...

Guter Gott,
bevor ich einschlafe,
öffne ich Dir mein ganzes Herz
und warte auf den neuen Tag.
Ganz gleich, ob andere mehr haben als ich,
mehr Geld oder mehr Sachen,
ein größeres Auto oder eine bessere Stellung:
Ich liege in meinem Bett
und spüre den Frieden, der von Dir kommt,
lieber Gott, wie eine weiche Decke,
die mich ganz umhüllt.
(aus Psalm 4 in der Übertragung v. Peter Spangenberg)
 
Ich danke Dir

Herr, mein Gott, ich danke Dir,
dass Du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
Ich danke Dir, dass Du Leib und Seele
zur Ruhe kommen läßt.
Deine Hand war über mir
und hat mich behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben
und alles Unrecht dieses Tages.
Und hilf,
dass ich allen vergebe,
die mir Unrecht getan haben.
Lass mich in Frieden unter Deinem Schutz schlafen,
und bewahre mich
vor den Anfechtungen der Finsternis.
Ich befehle Dir die Meinen,
ich befehle Dir dieses Haus.
Ich befehle Dir meinen Leib
und meine Seele.
Gott, Dein heiliger Name sei gelobt.
(Dietrich Bonhoeffer)
 
Ich überlasse mich Dir ...

Ich lasse mich Dir, Herr, und bitte Dich:
Mach ein Ende aller Unrast.

Meine Gedanken lasse ich Dir.
Ich glaube nicht mehr,
dass ich so klug bin, mich selbst zu verstehen,
dieses ganze Leben oder die Menschen.
Lehre mich Deine Gedanken denken.

Meine Pläne lasse ich Dir.
Ich glaube nicht mehr,
dass mein Leben seinen Sinn findet in dem,
was ich erreiche von meinen Plänen.
Ich vertraue mich Deinem Plan an,
denn Du kennst mich.

Meine Sorge um andere Menschen
lasse ich Dir.
Ich glaube nicht mehr,
dass ich mit meinen Sorgen
irgend etwas bessere.
Das liegt allein bei Dir.
Wozu soll ich mich sorgen?

Meine Furcht vor meinem eigenen Versagen
lasse ich Dir.
Ich brauche kein erfolgreicher Mensch
zu sein,
wenn ich ein gesegneter Mensch sein soll
nach Deinem Willen.

Alle ungelösten Fragen
alle Mühe mit mir selbst,
alle verkrampften Hoffnungen
lasse ich Dir.
Ich gebe es auf,
gegen verschlossene Türen zu rennen
und warte auf Dich.
Du wirst sie öffnen.

Ich lasse mich Dir. Ich gehöre Dir, Herr.
Du hast mich in Deiner guten Hand.
Ich danke Dir!
(nach Jörg Zink)
 
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Biker Psalm

Dir, Gott, will ich vertrauen! Wenn ich auf meine Maschine steige, erinnere ich mich daran, dass ich in deiner Hand bin. Du bist die Power meines Lebens! Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt! Du hast ein Ziel für mich, für das es sich zu leben lohnt!

Um mich herum sind zu viele, die nichts von dir wissen wollen: "Glück gehabt", sagen die einen - "Pech gehabt", sagen die anderen. So denke auch ich hier und da - leider!

Aber ich weiß: Wer auf der Straße immer nur den eigenen Vorteil sucht, die anderen schneidet und bedrängt - wer sich immer und überall auf Kosten anderer durchsetzen will, der hat irgendwann ausgespielt: Du lässt dich nicht dauernd auf die Schippe nehmen, Gott! Irgend-wann spielst du nicht mehr mit...

Was ich brauche, weißt du ganz genau, Herr - besser als ich selbst. Du kannst sie mir geben: Die Gelassenheit, meine Touren wirklich zu genießen. Du kannst sie mir nehmen: die Angst, die mich lähmt, wenn ich handeln oder helfen soll. Du kannst sie mir schenken: die Aufmerksamkeit anderen gegenüber. Du kannst sie mir zuteil werden lassen: die Liebe, die mir verzeihen hilft - so wie du mir vergibst.

Du freust dich mit mir, wenn ich Gas gebe, und wenn der Fahrtwind mich die Freiheit erahnen lässt. Ich finde es gut - und es beruhigt mich auch ein wenig, dass du mit mir auf die Bremse trittst, wenn es nötig ist.

Ich bin gewiss, dass du mich bewahren kannst, Herr, vor Unfall und Gefahr, vor Unachtsamkeit und Übermut. Bei dir ist das Leben von uns allen in guten Händen. Du lässt mich nicht zur Hölle fahren. Du bist und bleibst der treue Gott.

Ich mache mich auf den Weg. Du, Gott, bist bei mir.
Amen.
Dem Psalm 16 nachempfunden von Michael Bülow

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