Das Haus der Welt
Alle Menschen sind voneinander abhängig. Jede Nation ist Erbe eines großen Schatzes von Ideen und Arbeit, zu dem die Lebenden und die Toten aller Nationen beigetragen haben. Ob wir es wissen oder nicht, jeder von uns bleibt ewig »in der Schuld« von anderen. Wir sind ewige Schuldner bekannter und unbekannter Männer und Frauen. Wenn wir morgens aufstehen, gehen wir in das Badezimmer und nehmen einen Schwamm, der uns von einem Bewohner der pazifischen Inseln gegeben wurde. Wir nehmen die Seife, die von einem Europäer für uns gemacht wurde. Dann trinken wir den Kaffee, der uns von einem Südamerikaner, oder den Tee, der uns von einem Chinesen, oder den Kakao, der uns von einem Westafrikaner gegeben wurde. Ehe wir zur Arbeit gehen, sind wir schon mehr als der halben Welt verpflichtet. In einem sehr realen Sinne ist alles Leben voneinander abhängig. Die Qual des Armen macht den Reichen ärmer; die Besserung der Lage des Armen macht den Reichen reicher. Wir sind zwangsläufig unseres Bruders Hüter, weil wir unseres Bruders Bruder sind. Was auch immer einen direkt betrifft, betrifft alle anderen indirekt. Ein letztes Problem, das die Menschheit lösen muss, um in dem Welthaus, das wir geerbt haben, zu überleben, besteht darin, eine Alternative zu Krieg und Menschenvernichtung zu finden.
Martin Luther King Das Haus der Welt

"Das Haus der Welt" basiert auf Kings Nobelpreisrede, die er am 11. Dezember 1964 an der Universität von Oslo hielt. King betrachtete „Das Haus der Welt“ als seine wichtigste Einzelrede / seinen wichtigsten Einzelaufsatz.

Manifest
Aber wir behaupten nicht nur unsre religiöse Freiheit, sondern wir fordern sie für jeden Menschen, der den Boden des Vaterlandes bewohnt, wir fordern sie in völlig gleichem Maße für Alle, seien sie Christen, Juden, Muhamedaner oder was sonst.
Julius Köbner, 1848 Julius Köbner · Manifest des freien Urchristentums an das Deutsche Volk · 1848

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