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Ansprache zur Einweihung der Gedenktafel für Martin Luther King im Friedenspark Herringen

Am 10. Dezember 1964 erhielt Martin Luther King, US-amerikanischer Baptistenpastor und Führer der Bürgerrechtsbewegung, den Friedensnobelpreis. Er war der zwölfte Amerikaner, der dritte Schwarze und mit 35 Jahren der bis dahin jüngste Empfänger dieses Preises.

In der Laudatio hieß es unter anderem: “Dr. King ist es gelungen, seine Anhänger auf den Grundsatz der Gewaltlosigkeit zu verpflichten…. Ohne Dr. Kings erfolgreiche Bemühungen um dieses Prinzip hätten Demonstrationen und Märsche leicht zu Gewalttätigkeiten führen und mit Blutvergießen enden können.”

Der Film „Selma“, der zurzeit auch in deutschen Kinos läuft, und der die drei so genannten „Selma-nach-Montgomery-Märsche“ im März 1965 nachzeichnet, gibt einen anschaulichen Eindruck davon.

Als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde fühlen wir uns mit Martin Luther King verbunden. Dokumentieren auf unserer homepage seinen Berlinbesuch 1964 und dessen Auswirkungen auf die Geschichte unseres Landes. Haben den Eindruck, dass von ihm nach wie vor wichtige Impulse ausgehen und haben darum gerne die Patenschaft für ihn übernommen.

Übrigens: die räumliche Nähe zu Nelson Mandela hätte Martin Luther King wohl gut gefallen. Schließlich erinnerte er am Ende seiner Rede anlässlich der Entgegennahme des Friedensnobelpreises an „Häuptling Luthuli aus Südafrika, dessen Kampf mit seinem Volk und für sein Volk immer noch mit den brutalsten Formen der Unmenschlichkeit des Menschen gegen den Menschen beantwortet wird.“

Einige Auszüge aus dieser Rede von Dr. Martin Luther King am 10. Dezember 1964 in Oslo:

Eure Majestät, Eure Königliche Hoheit, Herr Präsident, Exzellenzen, meine Damen und Herren!

Ich nehme den Friedensnobelpreis zu einem Zeitpunkt entgegen, an dem 22 Millionen Neger in den USA in einen schöpferischen Kampf verwickelt sind, um die lange Nacht rassischer Ungerechtigkeit zu beenden. Ich nehme diesen Preis im Namen einer Bürgerrechtsbewegung entgegen, die entschlossen und mit großartiger Verachtung von Risiko und Gefahr aufgebrochen ist, ein Reich der Freiheit und eine Herrschaft der Gerechtigkeit aufzurichten.

Ich bin mir bewusst, dass erst gestern in Birmingham in Alabama der Ruf unserer Kinder nach brüderlicher Gemeinschaft mit Wasserwerfern und knurrenden Hunden, ja sogar mit dem Tod beantwortet wurde. Ich bin mir bewusst, dass erst gestern in Philadelphia in Mississippi junge Leute, die das Stimmrecht erlangen wollten, brutal misshandelt und ermordet wurden.

Ich bin mir bewusst, dass schwächende und quälende Armut mein Volk plagt und es an der niedrigsten Stufe der wirtschaftlichen Leiter festkettet.

Deshalb muss ich die Frage stellen, warum dieser Preis einer Bewegung verliehen wird, die belagert ist und sich einem unnachgiebigen Kampf verpflichtet hat, einer Bewegung, die noch nicht den wahren Frieden und die brüderliche Gemeinschaft gewonnen hat, die den Sinn des Nobelpreises ausmachen.

Wenn ich genauer darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass dieser Preis, den ich im Namen jener Bewegung empfangen habe, nachdrücklich anerkennt, dass Gewaltlosigkeit die Antwort auf die entscheidende politische und moralische Frage unserer Zeit ist - die Notwendigkeit, dass der Mensch Unterdrückung und Gewalt überwindet, ohne zu Gewalt und Unterdrückung Zuflucht zu nehmen.

Wenn das erreicht werden soll, muss der Mensch für alle menschlichen Konflikte eine Methode entwickeln, die Rache, Aggression und Vergeltung vermeidet. Die Grundlage einer solchen Methode ist die Liebe.

Ich weigere mich, die Vorstellung anzuerkennen, dass das „Sein“ der gegenwärtigen menschlichen Natur den Menschen in moralischer Hinsicht unfähig macht, nach dem ewigen „Sollen“ zu streben, das ihm für immer gegenübersteht.

Ich weigere mich, die Ansicht zu übernehmen, die Menschheit sei so tragisch der sternenlosen Mitternacht des Rassismus und des Krieges verhaftet, dass der helle Tagesanbruch des Friedens und der Brüderlichkeit nie Wirklichkeit werden könne.

Ich besitze die Kühnheit zu glauben, dass Völker allerorten täglich drei Mahlzeiten für ihren Körper, Erziehung und Kultur für ihren Verstand und Würde, Gleichheit und Freiheit für ihren Geist haben können. Ich glaube, dass auf den anderen ausgerichtete Menschen wiederaufbauen können, was auf sich selbst ausgerichtete Menschen zerstört haben.

Dieser Glaube kann uns den Mut verleihen, den Unsicherheiten der Zukunft ins Angesicht zu sehen.
 

Martin Luther Kings Einsatz gegen Rassismus, Armut und Militarismus ist auch 50 Jahre später noch nicht vollendet. Wir können das an Ereignissen in den USA genauso sehen wie an Entwicklungen in unserem Land.

So wünsche ich, dass von den Leitsätzen Martin Luther Kings auf dieser Gedenktafel ermutigende Impulse ausgehen für unsere Arbeit heute sowie für das Zusammenleben der Kulturen in Herringen.

„ Die Liebe ist die stärkste Waffe der Menschheit, um persönliche und gesellschaftliche Wandlungen zu erreichen.

Liebe ist verstehendes, schöpferisches, erlösendes Wohlwollen allen Menschen gegenüber.“

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Erstelldatum19.04.2015 07:50:00
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